Kaufnebenkosten in Leipzig: Mit diesen Kosten rechnen Sie beim Immobilienkauf in Sachsen
Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler: Beim Kauf einer Immobilie in Leipzig kommen rund 7,5 bis 11 Prozent zum Kaufpreis hinzu. Hier sehen Sie, woraus sich die Kaufnebenkosten in Sachsen zusammensetzen – mit Beispielrechnung.
Wer in Leipzig eine Wohnung oder ein Haus kauft, zahlt nicht nur den Kaufpreis. Dazu kommen Kaufnebenkosten, die schnell mehrere zehntausend Euro ausmachen – und die Banken in aller Regel aus Ihrem Eigenkapital sehen möchten. Damit Sie von Anfang an realistisch planen, finden Sie hier alle Posten im Überblick, eine Beispielrechnung und Tipps aus der Beratungspraxis.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Leipzig?
Kurz gesagt: rund 7,5 % des Kaufpreises ohne Makler und gut 11 % mit Makler. Die Kaufnebenkosten setzen sich in Sachsen aus drei Bausteinen zusammen:
- Grunderwerbsteuer: 5,5 %
- Notar und Grundbuch: zusammen etwa 1,5 bis 2 %
- Maklerprovision (falls ein Makler beteiligt ist): üblicherweise 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer
Diese Werte gelten in ganz Sachsen – also auch in Markkleeberg, Taucha, Schkeuditz oder Markranstädt.
Grunderwerbsteuer in Sachsen: 5,5 Prozent
Die Grunderwerbsteuer ist der größte Einzelposten. Den Steuersatz legt jedes Bundesland selbst fest. In Sachsen beträgt er seit dem 1. Januar 2023 5,5 % – bis Ende 2022 waren es noch 3,5 %. Berechnet wird die Steuer auf den im Kaufvertrag vereinbarten Kaufpreis.
Nach dem Notartermin erhalten Sie vom Finanzamt den Steuerbescheid. Erst wenn die Steuer bezahlt ist, stellt das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Ohne sie können Sie nicht als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden.
Notar und Grundbuch: rund 1,5 bis 2 Prozent
Ein Immobilienkauf muss in Deutschland notariell beurkundet werden. Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und sind damit überall gleich – Preisvergleiche zwischen Notaren bringen keine Ersparnis. Hinzu kommen die Kosten des Grundbuchamts für die Eintragung des neuen Eigentümers und der Grundschuld für Ihre Bank.
Als Faustregel gilt: etwa 1 bis 1,5 % für den Notar und etwa 0,5 % für das Grundbuch. Wenn Sie finanzieren, ist die Bestellung der Grundschuld für die Bank in diesen Kosten bereits mit eingeplant.
Maklerprovision: Was zahlen Käufer in Leipzig?
Ist ein Makler beteiligt, wird in Sachsen üblicherweise eine Provision von insgesamt 7,14 % inklusive Mehrwertsteuer vereinbart. Seit Ende 2020 gilt beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern durch Privatpersonen: Hat der Verkäufer den Makler beauftragt, muss er mindestens die Hälfte der Provision selbst tragen. Für Käufer bedeutet das in der Regel 3,57 %.
Die Höhe der Provision ist gesetzlich nicht festgelegt und kann verhandelt werden. Kaufen Sie provisionsfrei – etwa direkt vom Eigentümer oder vom Bauträger –, entfällt dieser Posten ganz.
Beispielrechnung: Eine Wohnung für 350.000 Euro in Leipzig
So sieht die Rechnung für eine Eigentumswohnung mit einem Kaufpreis von 350.000 € aus:
- Grunderwerbsteuer (5,5 %): 19.250 €
- Notar (ca. 1,5 %): 5.250 €
- Grundbuch (ca. 0,5 %): 1.750 €
- Zwischensumme ohne Makler: 26.250 € (7,5 %)
- Maklerprovision Käuferanteil (3,57 %): 12.495 €
- Gesamt mit Makler: 38.745 € (rund 11,1 %)
Der tatsächliche Betrag hängt vom Einzelfall ab, etwa von der Höhe der Grundschuld oder zusätzlichen Vollmachten. Für die Finanzierungsplanung ist diese Größenordnung aber eine verlässliche Grundlage.
Können die Nebenkosten mitfinanziert werden?
Die meisten Banken erwarten, dass Sie mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln bezahlen. Eine Finanzierung über den Kaufpreis hinaus – die sogenannte Vollfinanzierung oder 110-Prozent-Finanzierung – ist möglich, setzt aber eine sehr gute Bonität voraus und ist in der Regel mit höheren Zinsen verbunden. Ob sich das für Sie lohnt, lässt sich nur im Vergleich mehrerer Banken beantworten.
So senken Sie die Kaufnebenkosten
- Inventar gesondert ausweisen: Für mitverkaufte bewegliche Gegenstände wie eine Einbauküche fällt keine Grunderwerbsteuer an, wenn sie im Kaufvertrag mit einem realistischen Wert separat aufgeführt werden.
- Provision verhandeln: Die Maklerprovision ist nicht gesetzlich festgelegt.
- Notartermin gut vorbereiten: Klären Sie Finanzierung und Grundschuld vorab, damit keine zusätzlichen Urkunden nötig werden.
Mein Tipp aus der Praxis
Wenn Sie wissen möchten, wie viel Eigenkapital Sie für Ihr Vorhaben in Leipzig und Umgebung konkret brauchen, rechne ich das gern gemeinsam mit Ihnen durch – unter Berücksichtigung von über 100 Banken und möglichen Förderprogrammen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Leipzig?
Leipzig liegt in Sachsen, deshalb gilt der sächsische Satz: 5,5 % des Kaufpreises (seit 1. Januar 2023, vorher 3,5 %). Bei einem Kaufpreis von 350.000 € sind das 19.250 €.
Wie viel Prozent Kaufnebenkosten muss ich in Sachsen einplanen?
Ohne Makler rund 7,5 % des Kaufpreises (5,5 % Grunderwerbsteuer plus etwa 2 % für Notar und Grundbuch). Mit Makler kommen üblicherweise 3,57 % hinzu, insgesamt also gut 11 %.
Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?
Grundsätzlich ja, man spricht dann von einer Finanzierung über 100 % des Kaufpreises. Banken verlangen dafür eine sehr gute Bonität und meist einen höheren Zins. Günstiger ist es, wenn die Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden.
Wann muss die Grunderwerbsteuer bezahlt werden?
Nach dem Notartermin verschickt das Finanzamt den Steuerbescheid. Die Steuer ist in der Regel innerhalb eines Monats fällig. Erst danach erteilt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die für die Eintragung ins Grundbuch nötig ist.